Fehler vermeiden beim Schreiner-Webauftritt (Serie, Teil 2)

Nach dem ersten Teil über die Grundlagen für einen professionellen Schreiner-Webauftritt schauen wir uns heute die häufigsten Fehler an, die mir bei Zimmerei- und Schreiner-Websites immer wieder begegnen. Diese Stolperfallen kosten dich jeden Tag potenzielle Kunden – aber sie lassen sich alle vermeiden.

Der "Friedhof der veralteten Inhalte"

Das größte Problem, das ich bei Handwerker-Websites sehe: Sie werden nach dem Launch komplett vergessen. Da finde ich Blogbeiträge von 2018, Teamfotos mit längst ausgeschiedenen Mitarbeitern und das berüchtigte "Diese Seite befindet sich noch im Aufbau" auf der Referenz-Seite.

Warum das fatal ist: Deine Website ist dein digitales Schaufenster. Wenn dort alles verstaubt wirkt, denken potenzielle Kunden automatisch: "Kümmert sich der überhaupt noch um seinen Betrieb?"

So löst du es: Plane alle 3-4 Monate 30 Minuten für einen Website-Check ein. Neue Projektfotos hochladen, alte Termine entfernen, leere Seiten mit Inhalt füllen. Das reicht völlig aus, um den Eindruck zu vermitteln, dass dein Betrieb lebendig und aktiv ist.

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Das Versteckspiel mit den Kontaktdaten

Ich staune immer wieder, wie kreativ manche Schreiner beim Verstecken ihrer Telefonnummer sind. Mal steht sie nur im Impressum, mal so winzig klein, dass man eine Lupe braucht. Dabei will jemand, der dich beauftragen möchte, dich sofort erreichen können.

Der Test: Kannst du deine Telefonnummer auf der Startseite in unter 3 Sekunden finden? Wenn nicht, können es deine Kunden auch nicht.

Meine Empfehlung:

  • Telefonnummer prominent in der Kopfzeile
  • Kontaktformular direkt auf der Startseite
  • Klare Handlungsaufforderungen wie "Jetzt Termin vereinbaren"
  • Optional: WhatsApp-Button für die jüngeren Kunden

Die besten Ergebnisse erziele ich mit Websites, wo die Kontaktaufnahme kinderleicht ist. Bei der professionellen Webdesign-Umsetzung achte ich deshalb immer darauf, dass dieser Punkt stimmt.

Die Mobile-Katastrophe

Über 70% deiner Website-Besucher kommen heute vom Smartphone. Trotzdem sehe ich ständig Schreiner-Websites, die auf dem Handy aussehen wie ein Puzzle mit fehlenden Teilen. Texte sind winzig, Buttons nicht anklickbar, horizontales Scrollen ist nötig.

Realitäts-Check: Nimm dein Handy und teste deine Website. Kannst du problemlos navigieren? Sind alle Texte ohne Zoomen lesbar? Funktioniert das Kontaktformular reibungslos?

Die Lösung: Ein responsive Design ist heute Pflicht, kein Luxus. Deine Website muss auf jedem Gerät perfekt funktionieren. Falls deine aktuelle Seite das nicht kann, ist es Zeit für ein Update.

Der Textwüsten-Alptraum

Manche Schreiner-Websites lesen sich wie ein Fachbuch. Endlose Absätze voller Fachwörter, die kein Normalsterblicher versteht. Andere sind so knapp, dass man nicht weiß, was der Betrieb überhaupt macht.

Das Problem: Deine Kunden sind keine Schreiner. Sie wollen wissen: Löst du mein Problem? Bist du vertrauenswürdig? Was kostet es ungefähr?

Mein Rezept für gute Website-Texte:

  • Kurze Sätze, klare Aussagen
  • Du-Ansprache statt Fachchinesisch
  • Konkrete Beispiele statt abstrakte Beschreibungen
  • Zwischenüberschriften alle 3-4 Sätze

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Das Rätselraten um deine Leistungen

"Wir bieten alles rund ums Holz" – solche Aussagen helfen niemandem. Ich sehe ständig Websites, wo völlig unklar bleibt, was der Betrieb konkret anbietet und für wen.

Besser: Sei spezifisch. "Ich baue maßgeschneiderte Einbauküchen für Eigenheimbesitzer" ist tausendmal besser als "Möbelbau und mehr".

Strukturiere deine Leistungen klar:

  • Hauptleistung prominent hervorheben
  • 3-5 konkrete Beispiele nennen
  • Zeigen, nicht nur erzählen (Fotos!)
  • Zielgruppe direkt ansprechen

Die Geschwindigkeits-Falle

Wenn deine Website länger als 3 Sekunden zum Laden braucht, springen 40% der Besucher ab. Punkt. Ich teste jede Website, die ich optimiere, und bin immer wieder überrascht, wie langsam manche Seiten sind.

Quick-Test: Geh auf PageSpeed Insights von Google und teste deine URL. Alles unter 50 Punkten ist kritisch.

Häufige Geschwindigkeitskiller:

  • Riesige, unkomprimierte Fotos
  • Veraltete Plugins
  • Schlechtes Hosting
  • Fehlende Caching-Einstellungen

Falls du eine WordPress-Website hast, kann dir mein WordPress-Wartungsservice dabei helfen, diese Probleme systematisch zu lösen.

Das lokale SEO-Desaster

Der klassische Fehler: Du bist Schreiner in Alfdorf, aber auf deiner Website steht nirgends "Alfdorf". Stattdessen nur "Region Welzheimer Wald" oder gar keine Ortsangabe. Wie soll Google dann wissen, dass du für "Schreiner Alfdorf" relevant bist?

Die Lösung:

  • Deine Stadt mindestens 3-5 Mal natürlich im Text erwähnen
  • Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen
  • Öffnungszeiten und Adresse überall konsistent halten
  • Kundenbewertungen aktiv sammeln

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Die Foto-Katastrophe

Pixelige Handyfotos von vor 10 Jahren, schlecht beleuchtete Werkstatt-Aufnahmen oder – noch schlimmer – Stock-Fotos von anderen Handwerksbetrieben. Das schreit nicht gerade "Vertrauen erwecken".

Mein Tipp: Ein einziges professionelles Foto-Shooting zahlt sich jahrelang aus. Zeige:

  • Dich bei der Arbeit
  • Deine Werkstatt (aufgeräumt!)
  • Aktuelle Referenzprojekte
  • Dein Team in Aktion

Der Social Media-Geisterauftritt

Viele Schreiner verlinken auf ihrer Website zu Facebook- oder Instagram-Seiten, die seit Monaten nicht mehr gepflegt wurden. Der letzte Post: "Frohes neues Jahr 2022".

Besser: Entweder machst du Social Media richtig oder gar nicht. Halbherzige Auftritte schaden mehr als sie nutzen.

Der Call-to-Action-Mangel

Deine Website-Besucher sind interessiert, aber was sollen sie jetzt tun? Anrufen? Mailen? Ein Formular ausfüllen? Viele Websites lassen ihre Besucher im Regen stehen.

Die Lösung: Auf jeder Seite sollte klar sein, was der nächste Schritt ist. "Termin vereinbaren", "Kostenlos anfragen", "Projekt besprechen" – sei konkret und direkt.

Das Impressums-Drama

Fehlendes oder unvollständiges Impressum, keine Datenschutzerklärung, oder beides völlig veraltet. Das sind nicht nur rechtliche Probleme, sondern erwecken auch den Eindruck von Unprofessionalität.

Check: Sind alle Pflichtangaben vollständig? Ist deine Datenschutzerklärung aktuell? Bei Unsicherheit lieber einen Anwalt fragen als Abmahnungen riskieren.


Diese Fehler kosten dich jeden Tag echte Aufträge. Die gute Nachricht: Sie lassen sich alle beheben. Wenn du dir unsicher bist, wo du anfangen sollst, melde dich gerne. Ich schaue mir deine Website an und zeige dir konkret, was verbessert werden kann.

Im nächsten Teil der Serie geht es um die technischen Aspekte: Wie du deine Website sicher und aktuell hältst, ohne dass es zur Vollzeit-Aufgabe wird.

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Wolfgang Dreher

Inhaber der MEDIENZIMMEREI und unterstützt Unternehmen seit 2004 dabei, mit Design (Online & Print) und Marketing erfolgreich zu sein.

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