
Serie: Erfolgreiches Marketing für Handwerker und lokale Unternehmen
Mal ehrlich: Du hast einen Kunden gewonnen, den Auftrag super abgewickelt, und dann… hörst du nie wieder von ihm. Frustrierend, oder? Dabei war er total zufrieden mit deiner Arbeit.
Das Problem kenne ich nur zu gut aus meinen Gesprächen mit Handwerksbetrieben. Viele von euch konzentrieren sich zu stark auf die Neukundengewinnung und vergessen dabei die wertvollsten Kunden: die, die bereits bei euch waren.
Warum das ein teurer Fehler ist? Einen Neukunden zu gewinnen kostet fünf bis sieben Mal mehr als einen bestehenden Kunden zu halten. Lass das mal kurz auf dich wirken.
Ich zeige dir heute, wie du aus jedem zufriedenen Einmal-Kunden einen treuen Stammkunden machst – ohne großes Budget oder komplizierte Systeme.
Das Fundament: Warum Kunden überhaupt wiederkommen sollten
Bevor wir zu den Strategien kommen, eine ehrliche Frage: Gibst du deinen Kunden einen Grund zurückzukommen?
Als Elektriker, Maler oder Schreiner denkst du vielleicht: "Meine Kunden brauchen mich erst wieder in ein paar Jahren." Stimmt oft, aber nicht immer.
Denk mal an den Bäcker um die Ecke. Der grüßt dich beim Namen, kennt deine Vorlieben und gibt dir manchmal ein Brötchen extra. Deshalb gehst du zu ihm und nicht zum anonymen Supermarkt.
Deine Aufgabe: Werde der "Bäcker" unter den Handwerkern in deiner Region.

Strategie 1: Der persönliche Touch macht den Unterschied
Das Geheimnis liegt in den kleinen Gesten, die dich von der Konkurrenz unterscheiden:
Nach dem Auftrag ist nicht Schluss
- Ruf eine Woche später an: "Ist alles in Ordnung? Haben Sie noch Fragen?"
- Schick eine Postkarte zu Weihnachten oder zum Firmenjubiläum
- Merk dir Details: Haben sie einen Hund? Renovieren sie gerade?
Ich kenne einen Fliesenleger, der sich bei jedem Kunden nach sechs Monaten meldet. Nicht aufdringlich, sondern: "Hallo Herr Müller, ich wollte nur hören, ob mit den Fliesen im Bad alles okay ist."
Das Ergebnis: 60% seiner Aufträge kommen über Bestandskunden oder deren Empfehlungen.
Strategie 2: Die "Kleine Aufmerksamkeit"-Regel
Menschen lieben Überraschungen. Positive wohlgemerkt.
Praktische Beispiele:
- Als Maler: Lass eine kleine Dose Farbe für Ausbesserungen da
- Als Schreiner: Fertige ein kleines Holzschild mit Hausnummer an
- Als Elektriker: Bringe LED-Leuchtmittel als "Upgrade" mit
Diese Gesten kosten dich maximal 10-20 Euro, bringen aber hunderte Euro an Folgeaufträgen.
Mein Tipp: Dokumentiere diese Extras in deinem Handy. So vergisst du nicht, was du wem mitgebracht hast.
Strategie 3: Das "Wartungsabo" – regelmäßige Einnahmen garantiert
Auch als Handwerker kannst du wiederkehrende Umsätze generieren:
Für Heizungsinstallateure:
- Jährliche Wartungsverträge
- Herbst-Check der Heizung
- Frühjahrs-Check der Klimaanlage
Für Elektriker:
- E-Check alle zwei Jahre
- Smart-Home-Updates
- Sicherheitscheck für ältere Anlagen
Für Maler:
- "Schönheitsreparatur-Service" alle 3-5 Jahre
- Jährliche Inspektion von Außenanstrichen

Das Schöne daran: Du planst deine Auslastung besser und hast regelmäßige Einnahmen.
Strategie 4: Der Kunde als Berater – Feedback richtig nutzen
Frag aktiv nach Verbesserungsvorschlägen:
- "Was hätte ich noch besser machen können?"
- "Würden Sie mich weiterempfehlen? Wenn nein, warum nicht?"
- "Was war für Sie am wichtigsten bei diesem Projekt?"
Diese Fragen zeigen, dass du dich weiterentwickeln willst. Kunden schätzen das enorm.
Bonus-Tipp: Führe diese Gespräche nicht direkt nach Projektende, sondern 2-3 Wochen später. Dann haben sich erste Emotionen gesetzt.
Strategie 5: Der "VIP-Status" für Stammkunden
Behandle wiederkehrende Kunden wie VIPs:
Konkrete Maßnahmen:
- Stammkunden bekommen bevorzugte Termine
- 10% Rabatt auf Folgeaufträge
- Kostenlose Kleinreparaturen (bis 50 Euro)
- Vorrang bei Notfällen
Wichtig: Kommuniziere das offen. "Herr Schmidt, als Stammkunde können Sie gerne schon nächste Woche. Für Neukunden hätte ich erst in drei Wochen Zeit."
Das zeigt Wertschätzung und motiviert andere Kunden, auch Stammkunden zu werden.
Strategie 6: Cross-Selling ohne Aufdringlichkeit
Du kannst mehr verkaufen, ohne aufdringlich zu wirken:
Als Maler beim Streichen der Küche:
"Übrigens, Ihre Fensterrahmen könnten auch mal wieder einen neuen Anstrich vertragen. Soll ich Ihnen dafür ein Angebot machen?"
Als Elektriker beim Austausch der Steckdosen:
"Haben Sie schon mal über Bewegungsmelder im Flur nachgedacht? Das würde gut zu Ihren neuen Steckdosen passen."

Der Trick: Mach Vorschläge, die wirklich Sinn ergeben. Nicht alles auf einmal, sondern durchdacht.
Strategie 7: Die digitale Kundenkartei – einfacher als du denkst
Du brauchst kein teures CRM-System. Ein einfaches System reicht:
Was du dokumentieren solltest:
- Kontaktdaten (klar)
- Durchgeführte Arbeiten mit Datum
- Besonderheiten des Kunden
- Geplante Wartungstermine
- Empfehlungen, die du gegeben hast
Mein Tipp: Nutze eine einfache Excel-Tabelle. Hauptsache, du machst es konsequent.
Wenn ich bei der Erstellung deiner Website dabei helfe, kann ich dir auch zeigen, wie du ein einfaches Kundenverwaltungssystem einrichtest.
Strategie 8: Empfehlungsmarketing systematisch nutzen
Der häufigste Fehler: Du wartest darauf, dass Kunden dich weiterempfehlen.
Besser: Du fragst aktiv danach.
"Herr Müller, wenn Sie mit meiner Arbeit zufrieden sind – kennen Sie jemanden, der auch Hilfe brauchen könnte? Für jeden vermittelten Auftrag gibt es natürlich eine Empfehlungsprämie."
Wichtig: Frag erst nach Empfehlungen, wenn der Kunde wirklich zufrieden ist. Das merkst du an seiner Körpersprache und seinen Kommentaren.
Strategie 9: Saisonale Erinnerungen – zur richtigen Zeit präsent sein
Menschen denken nicht das ganze Jahr an Handwerker. Du musst im richtigen Moment präsent sein:
Für Heizungsinstallateure:
- August: "Bald wird es wieder kälter. Zeit für den Heizungs-Check!"
- März: "Heizperiode vorbei – perfekt für Wartung und Reparaturen"
Für Maler:
- Februar: "Frühjahrsputz steht an – wie sehen Ihre Wände aus?"
- Oktober: "Letzter Aufruf für Außenanstriche vor dem Winter"
Eine einfache WhatsApp oder SMS reicht völlig aus.

Strategie 10: Das Geheimnis der "kleinen Probleme"
Hier ein Insider-Tipp: Stammkunden rufen dich auch bei kleinen Problemen an. Das sind die wertvollsten Anrufe überhaupt.
Warum? Weil kleine Probleme oft zu großen Aufträgen werden.
"Können Sie mal schauen, warum die Steckdose in der Küche nicht funktioniert?"
Beim Vor-Ort-Termin stellst du fest: Der halbe Sicherungskasten ist veraltet. Aus dem 50-Euro-Auftrag wird ein 2.000-Euro-Projekt.
Mach es deinen Kunden leicht, dich zu kontaktieren. Eine WhatsApp-Nummer für "kleine Notfälle" wirkt Wunder.
Der Realitäts-Check: Was du sofort umsetzen kannst
Du musst nicht alle Strategien auf einmal umsetzen. Fang mit drei einfachen Maßnahmen an:
- Diese Woche: Ruf fünf Kunden der letzten drei Monate an und frag, ob alles in Ordnung ist
- Nächste Woche: Leg dir eine einfache Kundenliste in Excel an
- Nächsten Monat: Biete deinem besten Stammkunden einen Wartungsvertrag an
Das kostet dich maximal zwei Stunden Aufwand, kann aber hunderte Euro zusätzlicher Umsatz bedeuten.
Mein Fazit: Kundenbindung ist keine Raketenwissenschaft
Die meisten Handwerker denken zu kompliziert. Kundenbindung funktioniert wie gute Nachbarschaft: Du grüßt freundlich, hilfst bei Problemen und vergisst die Menschen nicht.
Der Unterschied: Als Unternehmer machst du es systematisch und dokumentierst es.
Falls du deine Kundenbindung professioneller angehen möchtest, unterstütze ich dich gerne. Gemeinsam schauen wir, welche digitalen Lösungen zu deinem Betrieb passen – von der einfachen Website bis zum Kundenportal.
Denk daran: Jeder zufriedene Kunde, der nicht wieder zu dir kommt, geht zur Konkurrenz. Das kannst du dir in der heutigen Zeit nicht leisten.


