
Nachdem ich in Teil 1 und Teil 2 die Grundlagen für mehr Website-Traffic gelegt habe, geht’s jetzt ans Eingemachte: Wie wandele ich Besucher in echte Anfragen um? Denn was nützt mir der beste Traffic, wenn am Ende niemand anruft oder schreibt?
In diesem dritten Teil zeige ich dir die entscheidenden Stellschrauben, mit denen ich aus Website-Besuchern zahlende Kunden mache.
Das Kontaktformular: Dein wichtigster Conversion-Magnet

Lass uns ehrlich sein: Dein Kontaktformular ist oft der Flaschenhals zwischen Interesse und Auftrag. Ich sehe täglich Zimmerei-Websites mit katastrophal schlechten Kontaktformularen. Hier meine Erfahrungen aus den letzten paar Optimierungen:
Weniger ist definitiv mehr
Das größte Problem? Zu viele Felder. Ich reduziere Kontaktformulare grundsätzlich auf das absolute Minimum:
- Name (Vorname reicht sogar, wenn es zu deinem Stil passt)
- E-Mail oder Telefon (nicht beide pflicht!)
- Nachricht/Projektbeschreibung
Mehr brauche ich nicht für den ersten Kontakt. Alles andere fragst du im Gespräch. Ein 12-Felder-Formular schreckt ab – garantiert.
Die Psychologie der Formularbeschriftung
Statt „Ihre Nachricht“ schreibe ich: „Erzähl mir von deinem Projekt“. Das klingt persönlicher und lädt zum Schreiben ein. Bei der Telefonnummer verwende ich: „Telefon (falls du einen Rückruf möchtest)“. Das nimmt den Zwang raus.
Strategisch platzieren
Ich platziere das Kontaktformular nicht nur auf der Kontaktseite, sondern überall dort, wo sich Interesse aufbaut: Nach Projektbeschreibungen oder am Ende von Leistungsseiten sind gute Stellen.
Deine Vorteile kristallklar kommunizieren

Hier machst du wahrscheinlich den teuersten Fehler überhaupt: Du erzählst, WAS du machst, aber nicht WARUM der Kunde ausgerechnet dich wählen sollte.
Der „So-What“-Test
Ich teste jede Aussage auf meiner Website mit der Frage: „So what?“ – Na und?
„Wir sind seit 30 Jahren am Markt“ – So what?
„30 Jahre Erfahrung bedeuten: Ich kenne jeden Trick, wie dein Dach auch bei extremem Wetter dicht bleibt“ – DAS ist ein Vorteil!
Konkrete Nutzen statt hohle Phrasen
Statt: „Qualitätsarbeit aus Meisterhand“
Schreibe ich: „5 Jahre Garantie auf alle Zimmerarbeiten – weil ich zu meiner Arbeit stehe“
Statt: „Individuelle Lösungen“
Schreibe ich: „Dein Carport wird exakt an dein Auto und deine Einfahrt angepasst“
Die Angst-Komponente nutzen
Menschen treffen Entscheidungen oft aus Angst heraus. Ich spreche gezielt die Sorgen meiner Zielgruppe an:
„Nie wieder Ärger mit Pfusch am Dach“ oder „Schluss mit überteuerten Reparaturen durch Billiganbieter“ – das funktioniert.
Projektbilder, die verkaufen
Du zeigst Bilder deiner Projekte? Gut. Du zeigst die RICHTIGEN Bilder? Wahrscheinlich nicht.
Vorher-Nachher ist Gold wert

Ein Vorher-Nachher-Bild erzählt eine komplette Erfolgsgeschichte in Sekunden. Ich sammle systematisch bei jedem Projekt Fotos vom Ausgangszustand und dem fertigen Ergebnis.
Details zeigen Können
Nicht nur das fertige Dach fotografieren – auch die perfekt ausgerichteten Balken, die sauberen Verbindungen, die durchdachten Details. Das zeigt Handwerkskunst.
Menschen in Bildern
Ein Foto von dir bei der Arbeit oder mit zufriedenen Kunden wirkt Wunder. Menschen kaufen von Menschen, nicht von anonymen Firmen.
Bildunterschriften nutzen
Jedes Projektbild bekommt eine aussagekräftige Bildunterschrift:
„Dachsanierung Familie Müller: Von undicht zu 100% regensicher in 5 Tagen“
Das ist Content, den Google liebt und der beim Kunden ankommt.
Der Vertrauensaufbau durch strategische Elemente
Referenzen richtig präsentieren
Ich verwende nicht einfach Kundenstimmen wie „Alles super, gerne wieder“. Sondern konkrete, messbare Aussagen:
„Herr Dreher hat unser 150 Jahre altes Fachwerkhaus so saniert, dass wir jetzt 40% weniger heizen müssen. Termingerecht und sauber – genau wie versprochen.“
Zertifikate und Qualifikationen sichtbar machen
Meisterbrief, Fortbildungen, Versicherungsnachweis – das gehört prominent auf die Website. Nicht versteckt im Footer, sondern dort, wo es gesehen wird.
Lokale Verbundenheit zeigen
„Seit 1995 in [deine Region] verwurzelt“ mit entsprechenden lokalen Projektbeispielen schafft Vertrauen. Menschen arbeiten lieber mit jemandem aus der Nachbarschaft.
Die technischen Conversion-Killer eliminieren

Selbst das beste Webdesign nützt nichts, wenn technische Probleme die Anfragen verhindern.
Ladezeit als Anfrage-Killer
Eine Sekunde länger Ladezeit = 7% weniger Conversions. Das ist Fakt. Deshalb optimiere ich systematisch:
- Bilder komprimieren (AVIF und WebP-Format verwenden)
- Unnötige Plugins entfernen
- Caching aktivieren
Meine WordPress Wartungspläne umfassen genau diese Performance-Optimierungen.
Mobile First denken
80% deiner Besucher kommen über das Smartphone. Wenn deine Website dort nicht perfekt funktioniert, verlierst du massiv Anfragen.
Telefonnummer überall sichtbar
Die wichtigste Conversion-Maßnahme überhaupt: Deine Telefonnummer muss auf jeder Seite prominent stehen. Header, Footer, und als Click-to-Call-Button auf mobilen Geräten.
Der Dringlichkeits-Faktor
Menschen schieben Entscheidungen gerne auf. Ich schaffe bewusst (ehrlichen) Zeitdruck:
„Herbst-Termine für Dachsanierungen sind bis Oktober ausgebucht“
„Carport-Bau: Jetzt planen für Frühjahr 2024“
Das funktioniert, weil es der Realität entspricht. Du bist als guter Handwerker oft Monate im Voraus ausgebucht.
Das Follow-Up-System

Nicht jeder Besucher wird sofort anfragen. Ich baue systematisch Follow-Up-Mechanismen ein:
Newsletter für Bauherren
Ein monatlicher Newsletter mit Projektbeispielen, Tipps zur Hauserhaltung und saisonalen Angeboten hält dich im Gedächtnis.
Content, der weitergeteilt wird
Praktische Tipps wie „5 Zeichen, dass dein Dach saniert werden muss“ werden geteilt und bringen immer wieder neue Besucher.
Messbare Erfolge durch Testing
Ich teste systematisch verschiedene Varianten:
- Verschiedene Überschriften auf der Startseite
- Unterschiedliche Platzierungen des Kontaktformulars
- Verschiedene Call-to-Action-Texte
Was bei einer Zimmerei funktioniert, muss bei der nächsten noch lange nicht klappen. Testing zeigt, was wirklich funktioniert.
Die Wahrheit ist: Eine Website, die Anfragen generiert, entsteht nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis systematischer Optimierung aller Conversion-Elemente. Von der ersten Sekunde des Besuchs bis zum ausgefüllten Kontaktformular muss alles stimmen.
In den nächsten Teilen der Serie zeige ich dir, wie du den Erfolg deiner Maßnahmen messbar machst und kontinuierlich verbesserst. Denn am Ende zählt nur eins: Mehr qualifizierte Anfragen für dein Handwerk.


