Case Study · Marken-Relaunch & Website
Aus Ananda Yoga wird inside.
Birgit Maier hatte eine funktionierende Yoga-Marke – und gab sie auf. Für ein eigenes Studio in Schorndorf, gemeinsam mit ihrem Mann Dirk. Die Website musste diesen Wechsel tragen: neuer Name, neuer Ort, neue Zielgruppe, ein einziger Stichtag.
Ausgangslage
Ein Markenwechsel ist ein Vertrauenstest
Wer seine Marke wechselt, riskiert die Kundschaft, die er über Jahre aufgebaut hat. Gleichzeitig sollte das Neue größer werden als das Alte. Vier Spannungsfelder, die das Projekt bestimmt haben.
Neuer Name, alte Treue
„Ananda Yoga“ war seit 2020 etabliert. Die bestehenden Teilnehmerinnen durften den Wechsel nicht als Bruch erleben, sondern als Weiterentwicklung – mit derselben Person dahinter.
Aus einer Stimme werden zwei
Dirk kommt dazu – mit Breathwork und Yoga für Männer. Zwei sehr unterschiedliche Biografien und Tonalitäten mussten in einer Marke Platz finden, ohne sich gegenseitig zu überdecken.
Ein Ort, den keiner kennt
Das neue Studio liegt im Röhm-Areal in Schorndorf. Anfahrt, Parkplätze, ÖPNV – alles, was zwischen „interessiert“ und „steht in der Tür“ steht, musste vorab geklärt sein.
Kein Puffer im Kalender
Das Grand Opening stand fest, bevor die erste Zeile Code geschrieben war. Die Seite musste nicht nur rechtzeitig live sein, sondern bis dahin auch Anmeldungen einsammeln und verwalten können.
Zielsetzung
Nicht nur schön. Ausverkauft.
Eine Yoga-Website darf Ruhe ausstrahlen – aber sie muss trotzdem etwas leisten. Am Eröffnungstag sollten die Matten voll sein, und danach sollten Menschen aus Schorndorf und Umgebung das Studio überhaupt erst finden.
Deshalb stand am Anfang kein Layout, sondern ein Design-System – damit jede Entscheidung später aus einer Haltung folgt statt aus dem Bauch.
- Die Marke fühlbar machen „Alles beginnt in dir“ ist kein Slogan zum Danebenschreiben. Der ganze Auftritt sollte sich so anfühlen wie das Betreten des Studios: leise, warm, aufgeräumt.
- Männer explizit einladen Yoga-Marketing spricht selten Männer an. Eine eigene Ansprache und ein eigener Kurs („Gentle Yin“) machen aus einer Nische ein sichtbares Angebot.
- Anmeldungen ohne Fremdsystem Keine Buchungsplattform, keine Monatsgebühr: Die Platzvergabe für die Opening-Sessions sollte direkt auf der Seite laufen – inklusive Kapazitätsgrenze.
- Lokal gefunden werden „Yoga Schorndorf“, „Yin Yoga“, „Yoga für Anfänger“ – Suchbegriffe, die redaktionell beantwortet werden, statt in Keyword-Listen zu verstauben.
Das Fundament
„Editorial Serenity“ – ein System statt eines Layouts
Vor dem Design entstand ein dokumentiertes Regelwerk: Farbtöne, Typo-Hierarchie und drei Grundsätze, die jede spätere Entscheidung vorwegnehmen. Das Ergebnis wirkt eher wie ein Magazin als wie eine Wellness-Website von der Stange.
Farbwelt
- Keine Trennlinien Sektionen werden nicht durch Striche getrennt, sondern durch minimale Helligkeitswechsel im Hintergrund. Das wirkt architektonisch statt mechanisch.
- Tiefe durch Licht, nicht durch Schatten Statt harter Schlagschatten liegt ein weißes Element auf einem leicht wärmeren – die Differenz allein erzeugt die Ebene.
- Kein reines Schwarz Auch die dunkelste Schrift bleibt bei #1e1b15. Weicher, wärmer, hochwertiger.
Typografie
Alles beginnt in dir.
Ein Raum, der atmet.
Die Philosophie
Die Serife trägt Würde und Ruhe, der Grotesk daneben sorgt für Klarheit in allem Funktionalen. Der bewusst große Sprung zwischen beiden Größen erzeugt die editoriale Anmutung – Kontrast statt Dekoration.
EB Garamond für Headlines · Jost für Fließtext und Labels
Im Bewegtbild
Einmal komplett durchgescrollt
Die Seite lebt von ihrem Rhythmus: sanfte Tonwechsel, Bilder, die aus dem Raster brechen, und Abschnitte, die sich beim Scrollen nacheinander einblenden. Ein Standbild wird dem nicht gerecht.
Umsetzung
Sechs Entscheidungen, die die Seite prägen
Handgebaut statt Baukasten
Kein CMS, keine Plugin-Kette: die Seite ist mit Tailwind CSS direkt aufgebaut. Das hält sie schnell, sicher und frei von Ballast – und macht ungewöhnliche Layouts überhaupt erst möglich.
Der Split-Screen für zwei Gründer
Birgit hell, Dirk dunkel – die Seite teilt sich in der Mitte. Beide bekommen gleich viel Raum und ihre eigene Atmosphäre, ohne dass eine Person die andere überstrahlt.
Vier Türen statt einer
Statt „Für alle geeignet“ benennt die Seite vier konkrete Situationen: Nie angefangen. Kennt Birgit. Mann. Sucht Breathwork. Jede findet sich in einem der vier Kästen wieder.
Countdown und Anmeldung
Ein Countdown auf den Eröffnungstag schafft Verbindlichkeit. Die Anmeldung darunter vergibt Plätze pro Zeitslot – ohne externes Buchungstool und ohne laufende Kosten.
Ankommen leicht gemacht
Adresse, Anfahrtsskizze zum Zoomen, Parkplatz-Hinweis und die Entfernung zum Bahnhof. Kleinkram – aber genau der entscheidet, ob jemand den Weg tatsächlich antritt.
SEO als Redaktion, nicht als Trick
Am Seitenende beantworten ausformulierte Abschnitte die echten Suchfragen aus der Region – Yin Yoga, Yoga für Anfänger, Meditation, Personal Yoga. Text, den man auch lesen kann.
Kernidee
Zwei Handschriften, ein Raum
Die schwierigste Frage im Projekt war keine gestalterische: Wie stellt man zwei Menschen gleichberechtigt dar, deren Zugang zum Thema kaum unterschiedlicher sein könnte? Die Antwort war, den Unterschied nicht zu glätten, sondern ihn zum Gestaltungsprinzip zu machen.
Hell · Ankommen
Birgit
Kommt aus der Yoga-Philosophie, hat Ananda Yoga aufgebaut und Yoga selbst als Anker in einer Burnout-Phase erlebt. Ihre Seite der Marke ist warm, offen, einladend.
„Wenn du zu dir nach innen findest, zeigt sich dir alles.“
Dunkel · Erden
Dirk
Kommt aus dem Leistungssport – Handball, Triathlon. Sein Schwerpunkt: Breathwork und Yoga für Männer. Seine Seite ist ruhiger, dichter, zurückgenommen.
„Es ist nie zu spät, Körper und Geist in Balance zu bringen.“
Der Split läuft auf dem Desktop über die volle Bildschirmhöhe – auf dem Handy untereinander, ohne dass eine Seite zur Fußnote wird.
Einblicke
Die Seite in Abschnitten
Mit der Maus über eine Karte fahren, um durch den jeweiligen Abschnitt zu scrollen.
Detail am Rande
Die Anmeldung zu den Opening-Sessions zählt im Hintergrund mit. Ist ein Zeitslot voll, erscheint er im Auswahlfeld automatisch als „Ausgebucht“ und lässt sich nicht mehr wählen – kein Buchungsportal, keine Monatsgebühr, keine Doppelbelegung am Eröffnungstag.
Ergebnis
Aus einer Umbenennung wurde eine Eröffnung
Die Seite hat den Markenwechsel nicht nur begleitet, sondern getragen: Sie hat den Eröffnungstag organisiert, zwei Gründer gleichberechtigt eingeführt und eine Zielgruppe angesprochen, die im Yoga sonst kaum vorkommt. Aus der Event-Seite ist inzwischen die dauerhafte Studio-Website mit Kursplan geworden – ohne Redesign, weil das System es hergibt.
Steht bei dir auch ein Neuanfang an?
Neuer Name, neuer Standort, neues Angebot – solche Momente entscheiden sich online. Erzähl mir von deinem Vorhaben, dann schauen wir, was die Website dabei leisten muss.
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