Case Study · Landing Page

Weniger Alkohol. Und trotzdem kein Verzicht.

Das Weingut W. Häfner im Remstal hat eine eigene Linie leichter Bioweine gekeltert: die Edition Pusteblume. Zwölf Weine, die im Onlineshop zwischen allen anderen untergegangen wären. Die Landing Page gibt der Edition einen eigenen Ort – und macht aus einer Zahl auf dem Etikett ein Versprechen.

Startbereich der Landing Page „Edition Pusteblume“ mit dem Titel „Die neue Leichtigkeit im Glas“
Kunde
Weingut W. Häfner, Remstal bei Stuttgart
Leistungen
Konzept, Text, Webdesign, Entwicklung, SEO
Technik
Eigenständige Seite im WordPress-Shop, handgebaut
12 Weine der Edition – von Weiß über Rosé bis Rot
9–11,5 % vol. Alkohol – aus dem Nachteil wurde das Leitmotiv
49 € Probierpaket mit sechs Flaschen als Einstieg
5 Handels­partner in der Region, direkt auf der Seite

Die Aufgabe

Eine Edition, die im Shop verschwindet

Die Weine waren fertig, die Etiketten gedruckt, die Produktseiten im Onlineshop angelegt. Nur hätte dort niemand erkannt, dass diese zwölf Flaschen zusammengehören – und warum sie besonders sind.

Zwölf Kacheln, keine Geschichte

Im Shop steht jeder Wein für sich, sortiert nach Rebsorte und Preis. Dass es eine zusammenhängende Edition mit eigener Idee gibt, war dort schlicht nicht darstellbar.

„Weniger“ klingt nach Verzicht

Der eigentliche Vorzug – natürlich niedrigerer Alkoholgehalt – liest sich als Mangel, solange er nur eine Prozentzahl auf dem Rücketikett ist. Er musste zum Versprechen werden.

Ein Name, der erklärt werden will

„Pusteblume“ ist ein schönes Bild – aber nur, wenn man es sieht. Ohne Bildsprache bleibt es ein hübscher Name ohne Bedeutung für die Kaufentscheidung.

Zwei Wege zum Wein

Bestellen geht online. Aber ein Teil der Edition steht auch bei Rewe, Edeka und im Getränkemarkt vor Ort. Beide Wege mussten auf einer Seite Platz finden, ohne sich zu behindern.

Zielsetzung

Erst das Gefühl, dann der Wein

Wein wird selten über Datenblätter gekauft. Er wird über eine Vorstellung gekauft: ein warmer Abend, ein Glas, das nicht schwer im Kopf liegt. Genau diese Vorstellung sollte die Seite herstellen, bevor überhaupt der erste Preis auftaucht.

Und danach sollte sie nicht im Weg stehen – zwölf Weine, ein Klick zum Shop.

  • Die Edition als Ganzes zeigen Ein eigener Ort mit eigener Handschrift, statt zwölf Produktseiten ohne Klammer.
  • Aus der Zahl ein Argument machen „9–11,5 % vol“ steht als Siegel gleich im Kopfbereich – nicht versteckt, sondern als das, was es ist: der Grund für diese Edition.
  • Einen Einstieg anbieten Wer zwölf Weine sieht, kauft leicht keinen. Das Probierpaket nimmt die Entscheidung ab.
  • Regional auffindbar bleiben Strukturierte Daten als Winery, saubere Meta-Angaben und ein Handelsverzeichnis, das die Suche nach „Biowein Remstal“ mit echten Orten beantwortet.

Im Bewegtbild

Einmal komplett durchgescrollt

Vom Video in der Pusteblumenwiese über den Charmeur und das Weinregal bis zum Probierpaket – die ganze Seite in gut zwanzig Sekunden.

Bildschirmaufnahme

Umsetzung

Sechs Entscheidungen, die die Seite tragen

Eine eigene Seite statt einer Kategorie

Die Edition bekommt eine gestaltete Landing Page im bestehenden WordPress – frei von Shop-Raster und Filterleiste. Die Produktseiten bleiben, wo sie sind; die Seite führt nur hin.

Das Bild trägt die Marke

Video aus der Pusteblumenwiese im Kopfbereich, Samen, die durchs Layout fliegen, Flaschen im hohen Gras. Der Name wird nicht erklärt, sondern gezeigt.

Der Charmeur geht voran

Statt zwölf Weine gleichzeitig anzubieten, stellt sich einer ausführlich vor – mit Steckbrief zu Farbe, Charakter, Rebsorten und Herkunft. Ein Einstieg, kein Katalog.

Das Regal mit Beschreibung

Erst danach das vollständige Raster: jeder Wein mit eigenem Foto, Kategorie, einem Satz Charakterbeschreibung, Preis und Grundpreis. Kein Fließtext, keine Tabelle.

Das Probierpaket als Brücke

Sechs Flaschen für 49 €, quer durch Weiß, Rosé und Rot. Wer sich nicht entscheiden kann, muss es nicht – und lernt die Edition trotzdem kennen.

Der Handel gleichberechtigt

Ein eigener Abschnitt listet die Läden mit Ort: Rewe Bauer und das Getränke Depot in Remshalden, Edeka Reichert in Weinstadt und Waiblingen, die Gemüseoase in Urbach. Wer lieber vor Ort kauft, wird nicht in den Shop gedrängt.

Kernidee

Leichtigkeit statt Verzicht

Die ganze Seite dreht eine Eigenschaft um, die man auch als Nachteil lesen könnte. Nirgends steht, worauf man verzichtet. Überall steht, was man gewinnt: einen Wein, den man am Sommerabend trinken kann, ohne dass der Abend danach vorbei ist.

Die naheliegende Formulierung

Weine mit reduziertem Alkoholgehalt Sachlich richtig – und trotzdem eine Ansage über etwas, das fehlt. So verkauft man Diätprodukte, keinen Wein.

Die Formulierung auf der Seite

Die neue Leichtigkeit im Glas Dieselbe Eigenschaft, andere Richtung. Aus einem Weniger wird ein Gefühl – und die Prozentzahl darf als Siegel daneben stehen, weil sie den Satz belegt.
Wiesengrün­schwarz #15211a
Weich #33453a
Wiese #7e8c50
Gold #c2aa36
Papier #fbf9f1
Rosé #c77f6a
Rotwein #9b4b45

Die Palette kommt aus dem Motiv selbst: das Grünschwarz der Wiese im Gegenlicht, das Markengold des Weinguts, das warme Papierweiß der Etiketten – und Rosé und Rotwein als Farben der Weine, die sie bezeichnen. Schrift: Geraldton , lokal eingebunden.

Einblicke

Die Seite in Abschnitten

Mit der Maus über eine Karte fahren, um durch den jeweiligen Abschnitt zu scrollen.

Detail am Rande

Jeder Wein zeigt neben dem Preis auch den Grundpreis je Liter – „0,75 l · 11,33 €/l“. Das ist bei Getränken Pflicht und wird trotzdem ständig vergessen. Hier steht es an jeder Karte, gut lesbar, ohne das Layout zu stören.

Ergebnis

Aus zwölf Produkten wurde eine Marke

Die Edition Pusteblume hat jetzt eine Adresse, die man weitergeben kann – im Gespräch am Stand, auf dem Etikett, in der Anzeige. Die Seite erklärt in einem Durchgang, warum es diese Weine gibt, führt in den Shop und nennt die Läden, die sie führen. Die Produktseiten mussten dafür nicht angefasst werden.

Hast du ein Produkt, das mehr verdient als eine Kachel?

Eine eigene Seite lohnt sich immer dann, wenn ein Produkt eine Geschichte hat, die im Katalog untergeht. Erzähl mir davon – dann finden wir heraus, ob es sich lohnt.

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