Serie Handwerker-Marketing Teil 8: Mitarbeitergewinnung – 7 kreative Wege, wie kleine Betriebe mehr Bewerbungen bekommen

Du kennst das Problem: Wieder mal ist eine Stellenanzeige ins Leere gelaufen. Null vernünftige Bewerbungen, und die wenigen, die kamen, haben sich nach dem ersten Gespräch nie wieder gemeldet. Der Fachkräftemangel macht uns Handwerkern das Leben schwer – aber ich zeige dir heute 7 kreative Strategien, mit denen auch kleine Betriebe wieder qualifizierte Mitarbeiter finden.


Der Kampf um Talente: Warum klassische Wege nicht mehr funktionieren

Früher war's einfach: Anzeige in der Zeitung, ein paar Tage warten, Bewerbungen sortieren. Heute scrollt deine Zielgruppe durch Instagram, checkt Google Reviews und erwartet eine professionelle Online-Präsenz. Wenn du noch immer nur auf die klassische Zeitungsanzeige setzt, fischst du im leeren Teich.

Die gute Nachricht: Als kleiner Betrieb hast du Vorteile, die Großunternehmen nie bieten können. Du musst sie nur richtig ausspielen.


Strategie 1: Deine Website als Recruiting-Magnet nutzen

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Vergiss fancy Karriereportale – deine eigene Website ist dein stärkstes Recruiting-Tool. Ich erlebe immer wieder, wie Handwerker ihre Homepage vernachlässigen und sich dann wundern, warum keine guten Bewerbungen kommen.

Was sofort umsetzbar ist:

Erstelle eine "Team werden"-Seite mit echten Fotos aus deinem Betrieb. Zeig den Arbeitsalltag, die Kollegen beim Mittagessen, das fertige Projekt. Potenzielle Bewerber wollen wissen, wo sie landen – nicht nur was sie machen.

Schreib ehrlich über deine Arbeitsatmosphäre. Sätze wie "Bei uns herrscht respektvoller Umgang" oder "Überstunden sind die Ausnahme, nicht die Regel" ziehen die richtigen Leute an.

Falls du bereits eine professionelle Website hast, ist das der perfekte Grundstein. Falls nicht, solltest du das schnell ändern – eine moderne Website ist heute Pflicht für erfolgreiches Recruiting.


Strategie 2: Google My Business als Arbeitgeber-Showcase

Dein Google My Business-Profil ist oft der erste Eindruck, den potenzielle Mitarbeiter von dir bekommen. Nutze es clever:

Lade regelmäßig Fotos deines Teams bei der Arbeit hoch. Zeig verschiedene Projekte, verschiedene Tätigkeiten. Ein Zimmerer will sehen, ob ihr hauptsächlich Dachstühle baut oder auch mal ein Gartenhaus zimmert.

Poste Updates zu besonderen Projekten oder Erfolgen. "Heute haben wir das größte Dachprojekt des Jahres abgeschlossen – stolz auf unser Team!" Sowas lesen auch potenzielle Bewerber.

Geheimer Tipp: Bitte zufriedene Kunden explizit, in ihren Bewertungen auch dein Team zu erwähnen. "Die Jungs von Müller waren super freundlich und zuverlässig" ist Gold wert für dein Employer Branding.


Strategie 3: Social Media – aber richtig

Instagram und Facebook sind nicht nur für Endkunden da. Ich kenne Betriebe, die über Social Media mehr qualifizierte Bewerbungen bekommen als über alle Jobportale zusammen.

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Der Trick: Zeig den Menschen hinter dem Betrieb. Poste Stories vom Feierabendbier, vom gemeinsamen Grillen nach dem Großprojekt, vom neuen Azubi, der seinen ersten Dachstuhl zimmert.

Nutze Hashtags wie #handwerk, #teamwork oder #ausbildung kombiniert mit deinem Ort. #zimmereimuenchen oder #dachdeckerhamburg – so finden dich auch Leute, die gar nicht aktiv nach Jobs suchen.


Strategie 4: Das Empfehlungssystem – deine Mitarbeiter als Headhunter

Deine besten Recruiting-Agenten sitzen bereits in deiner Werkstatt. Gute Handwerker kennen andere gute Handwerker. Das Problem: Die meisten Chefs nutzen dieses Netzwerk nicht systematisch.

So machst du's richtig:

Sag deinen Mitarbeitern konkret, was du suchst. "Wir brauchen einen erfahrenen Zimmerer, der eigenständig arbeitet und auch mal den Azubi anleitet." Nicht nur "wir suchen jemanden".

Belohne erfolgreiche Empfehlungen. 500 Euro Prämie sind weniger als eine Monat Stellenanzeigen, aber viel motivierender für dein Team.

Frag aktiv nach: "Kennst du jemanden aus deiner letzten Firma, der wechseln möchte?" Viele Handwerker sind unzufrieden, trauen sich aber nicht zu kündigen ohne neue Stelle.


Strategie 5: Kooperationen mit Berufsschulen und Ausbildungszentren

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Hier holst du dir die nächste Generation direkt vor die Haustür. Ich rate allen meinen Handwerker-Kunden: Baut Kontakte zu lokalen Berufsschulen auf.

Biete Gastvorträge an über spezielle Techniken oder interessante Projekte. Lade Klassen zu Betriebsbesichtigungen ein. Stelle Praktikumsplätze zur Verfügung.

Der Vorteil: Du lernst die jungen Leute kennen, bevor sie auf dem Arbeitsmarkt sind. Die besten schnappst du dir schon vor dem Abschluss weg.


Strategie 6: Benefits, die nicht wehtun – aber wirken

Du kannst nicht mit den Gehältern von Großbetrieben konkurrieren? Musst du auch nicht. Oft sind's die kleinen Dinge, die den Unterschied machen.

Praktische Benefits für Handwerksbetriebe:

  • Flexiblere Arbeitszeiten im Winter
  • Weiterbildungen bezahlen (auch wenn's nur ein Wochenendkurs ist)
  • Gute Werkzeuge und Arbeitskleidung stellen
  • Betriebshandy, das auch privat genutzt werden darf
  • Gesundheitsförderung (Rückenkurse für körperlich arbeitende Mitarbeiter)

Besonders wirksam: Die "Familiäre Atmosphäre" – aber nur, wenn sie echt ist. Kleine Betriebe haben den Vorteil der kurzen Wege und persönlichen Beziehungen. Spiel das aus.


Strategie 7: Der optimierte Bewerbungsprozess

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Hier scheitern 90% aller Handwerksbetriebe: Sie haben einen Bewerbungsprozess aus den 90ern. Wer heute noch verlangt, dass Bewerbungen per Post kommen, braucht sich über fehlende Kandidaten nicht wundern.

Was sofort besser funktioniert:

Bewerbung per WhatsApp oder E-Mail akzeptieren. Ja, auch wenn nur ein Foto des Lebenslaufs kommt. Die meisten guten Handwerker sind pragmatische Menschen.

Antworte innerhalb von 24 Stunden. Eine automatische E-Mail mit "Ihre Bewerbung ist angekommen, wir melden uns bis [Datum]" kostet nichts, macht aber einen professionellen Eindruck.

Mach das Vorstellungsgespräch unkompliziert. "Kommen Sie morgen um 15 Uhr vorbei, schauen sich den Betrieb an und wir reden 30 Minuten" funktioniert besser als formelle Termine zwei Wochen später.


Lokales Networking: Der unterschätzte Recruiting-Kanal

Geh auf Handwerker-Stammtische, Bauherren-Abende oder Messen. Nicht nur als Akquise-Tool, sondern auch für Mitarbeitersuche. Sprich andere Betriebe an – oft haben die mehr Personal als Aufträge oder umgekehrt.

Baue dir ein Netzwerk zu Zeitarbeitsfirmen auf. Nicht nur für Aushilfen, sondern auch als Quelle für Festanstellungen. Viele gute Handwerker arbeiten erstmal über Zeitarbeit, bevor sie sich für einen festen Platz entscheiden.


Mein Tipp für sofortige Umsetzung

Such dir aus den 7 Strategien die zwei heraus, die am besten zu deinem Betrieb passen. Setze sie in den nächsten 2 Wochen um – komplett, nicht halbherzig.

Wenn du merkst, dass deine Website der Schwachpunkt ist oder du Hilfe bei der digitalen Umsetzung brauchst, melde dich bei mir. Als Handwerker weißt du: Das richtige Werkzeug macht den Unterschied – bei der Mitarbeitersuche genauso wie auf der Baustelle.

Die nächste Folge unserer Serie behandelt übrigens Kundenbindung für Handwerksbetriebe. Bis dahin: Viel Erfolg bei der Mitarbeitersuche!

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Wolfgang Dreher

Inhaber der MEDIENZIMMEREI und unterstützt Unternehmen seit 2004 dabei, mit Design (Online & Print) und Marketing erfolgreich zu sein.

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