
Du hast deine Website-Struktur geplant, die richtigen Inhalte definiert und deine Zielgruppe im Blick – jetzt geht’s ans Eingemachte. In Teil 1, Teil 2 und Teil 3 haben wir die Grundlagen gelegt. Heute zeige ich dir, wie du deine Projekte so präsentierst, dass potenzielle Kunden sofort denken: „Den will ich für mein Projekt!“
Warum deine Projektgalerie über Erfolg oder Misserfolg entscheidet
Stell dir vor, du suchst einen Zimmerer für deinen Dachausbau. Du findest zwei Websites: Bei Zimmerei A siehst du drei verwackelte Handy-Fotos von einem halben Dachstuhl. Bei Zimmerei B entdeckst du eine strukturierte Galerie mit Vorher-Nachher-Bildern, detaillierten Projektbeschreibungen und zufriedenen Kundenkommentaren.
Wen rufst du an?
Genau. Deine Projektgalerie ist dein stärkster Verkäufer – sie arbeitet 24/7 für dich, ohne müde zu werden.

Die Psychologie hinter überzeugenden Projektbildern
Menschen kaufen mit den Augen. Aber als Handwerker denkst du wahrscheinlich: „Meine Arbeit spricht für sich.“ Das stimmt – aber nur, wenn sie richtig gezeigt wird.
Die 3-Sekunden-Regel: Ein Websitebesucher entscheidet binnen 3 Sekunden, ob er bleibt oder weiterzieht. Deine Bilder müssen in dieser Zeit überzeugen.
Das Vertrauen-Problem: Schlechte Fotos lassen selbst perfekte Arbeit schlampig aussehen. Gute Fotos können durchschnittliche Arbeit professionell wirken lassen. Rate mal, was bei dir der Fall ist?
Projektfotos die verkaufen: Meine Schritt-für-Schritt-Anleitung
Der Goldstandard: Vorher-Nachher-Aufnahmen
Nichts überzeugt mehr als eine dramatische Verwandlung. Hier meine Formel:
Vorher-Bild: Zeige das Problem in seiner ganzen „Schönheit“. Aber Vorsicht – das Bild darf nicht schockieren, sondern soll Verbesserungspotenzial aufzeigen.
Nachher-Bild: Gleicher Winkel, gleiche Tageszeit, aber das Ergebnis deiner Arbeit. Der Kontrast muss sofort ins Auge springen.
Der Trick: Fotografiere beide Aufnahmen vom exakt gleichen Standpunkt. So wird die Verwandlung richtig deutlich.
Die Details, die den Unterschied machen
Großaufnahmen deiner Handwerkskunst sind Gold wert. Zeige:
- Perfekte Gehrungsschnitte
- Saubere Verbindungen
- Maßgenau eingepasste Elemente
- Hochwertige Materialien in Nahaufnahme
Profi-Tipp: Fotografiere mit natürlichem Licht. Kein Blitz, kein künstliches Licht. Am besten zwischen 10 und 15 Uhr an einem leicht bewölkten Tag.

Menschen in Aktion: Zeig dich bei der Arbeit
Ein Foto von dir beim präzisen Sägen oder beim Aufstellen eines Dachstuhls schafft Vertrauen. Kunden wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben.
Wichtig: Keine gestellten Fotos! Lass jemanden echte Arbeitsmomente einfangen.
Projektbeschreibungen, die neugierig machen statt langweilen
Die AIDA-Formel für Handwerker
Aufmerksamkeit: „Vom baufälligen Schuppen zur Design-Werkstatt“
Interesse: „Die Herausforderung: 30cm unterschiedliche Bodenhöhen ausgleichen“
Desire: „Das Ergebnis: Ein lichtdurchfluteter Arbeitsplatz mit perfekter Stauraumnutzung“
Action: „Ähnliches Projekt geplant? Lass uns sprechen!“
Konkrete Zahlen schaffen Vertrauen
Schreibe nicht: „Großer Dachausbau“
Schreibe: „180m² Dachausbau mit 4 Gauben in 6 Wochen realisiert“
Schreibe nicht: „Carport gebaut“
Schreibe: „6m x 4m Carport für 2 PKW, wetterfeste Konstruktion aus Leimholz“
Warum das funktioniert: Konkrete Zahlen suggerieren Professionalität und Erfahrung.

Kundenreferenzen: Lass andere für dich sprechen
Das O-Ton-Prinzip
Original-Zitate von zufriedenen Kunden wirken hundertmal stärker als deine eigenen Lobeshymnen.
Schlecht: „Wir arbeiten immer zuverlässig und pünktlich.“
Besser: „Familie Müller aus Freising sagt: ‚Herr Schmidt hat unseren Dachausbau nicht nur pünktlich, sondern sogar 2 Tage früher fertiggestellt. Die Qualität ist perfekt – jeder Nagel sitzt!'“
Die Macht der Details in Bewertungen
Sammle spezifische Kommentare:
- „Die Baustelle war jeden Abend besenrein“
- „Trotz Lieferverzögerung beim Holz haben Sie den Termin gehalten“
- „Die nachträglichen Änderungswünsche wurden problemlos umgesetzt“
Profi-Tipp: Frage aktiv nach Feedback. Die meisten zufriedenen Kunden geben gerne eine Bewertung ab – sie müssen nur daran erinnert werden.
Technische Umsetzung: So werden deine Bilder perfekt dargestellt
Bildgrößen die laden statt nerven
Große, hochauflösende Bilder sehen toll aus – brauchen aber ewig zum Laden. Die Lösung: Komprimierung ohne sichtbaren Qualitätsverlust.
Meine Empfehlung: Maximal 150 KB pro Bild bei 1920px Breite.
Wichtig für WordPress-Nutzer: Nutze ein Plugin für automatische Bildoptimierung. Das spart Zeit und verbessert die Ladegeschwindigkeit deiner Website.
Mobile Ansicht nicht vergessen
70% deiner Websitebesucher nutzen das Smartphone. Deine Projektbilder müssen auch auf kleinen Bildschirmen überzeugen.
Der Test: Öffne deine Website am Handy. Sind die wichtigsten Details deiner Projekte erkennbar? Wenn nein, brauchst du ein responsive Webdesign.

Die perfekte Projektseiten-Struktur
Der Aufbau der überzeugt
- Aussagekräftige Überschrift mit konkreten Zahlen
- Kurze Projekt-Zusammenfassung (2-3 Sätze)
- Bildergalerie mit Vorher-Nachher-Aufnahmen
- Detaillierte Projektbeschreibung mit Herausforderungen und Lösungen
- Verwendete Materialien und Techniken
- Kundenkommentar oder Testimonial
- Call-to-Action für ähnliche Projekte
Navigation zwischen Projekten
Besucher sollen von Projekt zu Projekt springen können. „Vorheriges/Nächstes Projekt“-Buttons am Ende jeder Seite halten sie länger auf deiner Website.
SEO-Bonus: Längere Verweildauer signalisiert Google hohe Relevanz deiner Inhalte.
Häufige Fehler die Kunden abschrecken
Fehler 1: Zu wenige oder zu ähnliche Projekte
Zeige Vielfalt! Dachausbau, Carports, Treppen, Wintergärten – je breiter dein Portfolio, desto mehr potenzielle Kunden sprichst du an.
Fehler 2: Keine Aktualität
Das neueste Projekt ist von 2019? Das suggeriert, dass du keine Aufträge mehr bekommst. Aktualisiere regelmäßig!
Fehler 3: Fehlende Kontaktmöglichkeiten
Nach jedem beeindruckenden Projekt sollte ein „Jetzt Angebot anfragen“-Button stehen. Mach es potenziellen Kunden so einfach wie möglich.
Rechtliches: Was du bei Projektfotos beachten musst
Einverständnis der Kunden einholen
Frage vor Projektbeginn nach der Erlaubnis, Fotos für deine Website verwenden zu dürfen. Die meisten Kunden stimmen gerne zu – stolz auf ihr neues Projekt.
Tipp: Biete einen kleinen Rabatt für die Verwendungserlaubnis an. Win-Win für beide Seiten.
Persönlichkeitsrechte beachten
Sind Menschen oder kennzeichnende Details (Hausnummern, Namen) auf den Bildern? Dann brauchst du definitiv eine schriftliche Einverständniserklärung.
Dein Aktionsplan für die nächsten 7 Tage
Tag 1-2: Sammle Fotos deiner besten Projekte der letzten 2 Jahre
Tag 3-4: Schreibe konkrete Projektbeschreibungen mit Zahlen und Details
Tag 5-6: Hole dir Kundenreferenzen und O-Ton-Zitate
Tag 7: Erstelle die ersten 3 Projektseiten auf deiner Website
Noch keine passende Website? Ein professionelles WordPress-System ist schnell eingerichtet und lässt sich leicht mit Projekten befüllen.
Deine Projekte sind dein bester Verkäufer – aber nur, wenn sie richtig präsentiert werden. Mit den richtigen Bildern, durchdachten Beschreibungen und authentischen Kundenkommentaren machst du aus Websitebesuchern zahlende Kunden.
Falls dir die technische Umsetzung zu kompliziert wird: Ich helfe bei der WordPress Wartung und sorge dafür, dass deine Projektgalerie technisch einwandfrei läuft.


